Presse
22. Jörg Hertel
Jörg Hertel zeigte in Oschatz
atemberaubenden Moskauer Kapitalismus-Trip
Oschatzer Allgemeine
21. Jörg Hertel
Musikpädagoge erzählt über Neuseeland
Leipziger Volkszeitung
20. Jörg Hertel
Musiker, Therapeut und Weltreisender
Zeitpunkt, Kulturmagazin Leipzig
19. Zwischen Buenos Aires und Panama
Fotoausstellung im Seumeclub Weißenfels
Mitteldeutsche Zeitung Weißenfels
18. Gipfelstürmer - eine MDR-Hör-Reihe über das Erzgebirge
TRIANGEL - Das Radio zum Lesen, MDR
17. Rechts geht's zum Paradies - "Hawaii-Wo Feuer Land gebiert"
Furiose Musik- und Dia-Schau in Niederfrohna
Freie Presse Chemnitz
16. Geheimnisvolles Rapa Nui
Gäste erfuhren von Jörg Hertel Wissenswertes über die Osterinsel
Mitteldeutsche Zeitung Weissenfels
15. Jörg Hertel präsentiert Kulturzeugnisse von Rapa Nui - der Osterinsel
Studentenführer
14. Wo die Leute früher rückwärts auf dem Wagen saßen
Leipziger Volkszeitung
13. Leipziger erforscht Musik der Osterinsel Rapa Nui
Jetzt hat er 4. CD rausgebracht"
BILD Leipzig
12. "Gibt es keine Musik, stirbt der Mensch"
Leipziger Volkszeitung
11. Ohrenbetäubend bricht die Welle am Fels
Freie Presse Zwickau
10. Bilder eines Multitalents
Torgauer Allgemeine
9. Der Bongo-König der Osterinsel
BILD-Zeitung Leipzig
8. Rapa Nui - Music and natural sounds recording by Jörg Hertel
Leipziger Stadtmagazin "Zeitpunkt"
7. Entführung auf die Osterinsel
Freie Presse Chemnitz
6. Osterinsulaner liegen kreuz und quer neben den Tönen
Leipziger Volkszeitung
5. Osterinsel - Rapa Nui - Easter Island
NOTES
4. Musik von der Osterinsel
Sächsische Zeitung
3. Mit Abstecher auf Osterinsel endet die Dia-Saison
Leipziger Volkszeitung
2. Im November auf der Osterinsel
Leipziger Volkszeitung
1. Einsam auf Rapa Nui
"Cóndor", Santiago de Chile
Jörg Hertel zeigte in Oschatz atemberaubenden Moskauer Kapitalismus-Trip
Der Leipziger
Sozialtherapeut Jörg Hertel hat viele Interessen. In einem, nämlich dem Reisen,
kann er die anderen gleich vereinen.
Was dann daraus entsteht, erlebten mehr als 30 Besucher am Sonntagabend im
Oschatzer Thomas-Müntzer-Haus bei Hertels Vortrag "Moskau - Russlands
Mittelpunkt der Welt".
Fast jeder Gast im Saal ließ einen Arm in die Höhe schnellen, als der
49-jährige Leipziger wissen wollte, wer schon einmal in Moskau war. Anders das
Ergebnis auf die nächste Frage. Da wollte Hertel wissen, wer denn der Hauptstadt
des größten Landes der Erde nach der Wende einen Besuch abgestattet hat.
"Ich habe im Jahr 2008 Moskau zum letzten Mal besucht", erklärt Hertel. Dem
Oschatzer Publikum hat er 300 Dias, die auf dieser Stippvisite entstanden sind,
mitgebracht. Schon nach den ersten Bildern wurde deutlich, was Hertel
interessiert, was ihn besonders fasziniert: die Architektur seiner Reiseziele.
Mit dem angeeigneten Wissenshintergrund zur Geschichte der Bauwerke entwickelt
er eine besondere Sicht auf sie, entdeckt einzigartige Details, an denen mancher
Tourist achtlos vorüber geht: Wandreliefs an Gebäuden im Stalin-Stil,
historische Denkmäler, übergroße neu erbaute Statuen, die Einzigartigkeit der
Moskauer Kirchenbauten mit ihren verschiedenartigen Türmen oder die Moskauer
Unterwelt; sprich Metro.
"Mich haben besonders die Kontraste in der Millionenstadt fasziniert. Der
Unterschied zwischen alt und neu spiegelt sich nicht nur in der Architektur der
Stadt, sondern auch in den Köpfen der Menschen wider. Es ist atemberaubend, auf
welchem kapitalistischen Trip sich Moskau befindet", erklärte der Referent.
Wer selbst schon einmal in Moskau war, entdeckt im Laufe des Vortrages viel
Bekanntes, dessen Bild sich in den vergangenen 20 Jahren aber gehörig verändert
hat: die Ausstellungen hinter den Kremlmauern, der Blick auf den Roten Platz
oder die Lomonossow-Universität, die Stippvisite im Park der
Allunions-Ausstellung mit den vergoldeten zwölf Schwestern am sprudelnden
Brunnen oder bei der Metro-Tour im Untergrund Moskaus. Der Leipziger Jörg Hertel
kennt Moskau nicht nur als Hauptstadt der Sowjetunion, sondern kann dem Publikum
seiner Diashows eine Metropole mit faszinierenden Kontrasten auf
Kapitalismus-Trip vorstellen.
Oschatzer Allgemeine
Jörg Hertel
Musikpädagoge erzählt über Neuseeland
Der weltreisende Musikpädagoge Jörg Hertel erzählte am Sonntag Nachmittag im KUlturpark Deutzen über Neuseland. "Dort
sprechen die Ureinwohner heute noch die selbe Spreche wie u. a. in Hawaii", so Hertel. Dabei liegen die beiden Inselgruppen,
die zum Kulturkreis Polynesien gehören, rund 12.000 Kilometer voneinander entferent. Hertel weiß, wovon er spricht, wenn es
ums polynesische Dreieck geht - denn Neuseeland habe er genauso wie Hawaii und die Osterinsel längst bereist.
Erst vor wenigen Wochen kam Hertel von einer strapaziösen Wanderung durch die Atacama-Wüste in Chile zurück. Chile liegt
bekanntlich am Pazifik und ebenfalls nicht all zu weit entfernt von jenem magischen Dreieck.
Leipziger Volkszeitung
Musiker, Therapeut und Weltreisender
Als Kind spielte er in einer "strahlenden" Landschaft. Geboren wurde er nämlich 1962 im erzgebirgischen Schlema gegenüber
der damals stärksten Uranmine der Welt. Das prägte. Schon seit 1979 arbeitete Jörg Hertel erfolgreich als Liedermacher und
Texter. Ein Vollblutmusiker und um den Globus "jettender" Autor ist er noch immer. In der DDR zwangen ihn die bedrückenden
Schatten der Stasi zu Lehrjahren in den verschiedensten Berufen, darunter auch Friedhofsgärtner und Totengräber. Stoff für
sein künstlerisches und literarisches Schaffen fand er dabei genug.
Jörg Hertels Multitalent entfaltete sich nach der Wende, befreit von allen Fesseln. Und er wurde zum Weltreisenden. Er war
im Südpazifik zu finden und bereiste das ehemalige Ostpreußen, er forschte auf Hawaii und in Patagonien. Demnächst will er
77 Tage allein auf der Isla Hornos (Kap Hoorn) verbringen. Ein "Vereinsiedelung", wie er es nennt. Und so weiter und so
weiter! Von überall her brachte er Fotos mit und ein Füllhorn voller Ideen für seine Musik und viele Buch- und
Vortragsprojekte, mit denen er seine Mitbürger an den künstlerischen Früchten seiner spannenden Reisen Anteil nehmen läßt.
Bald geht es wieder auf große Reise rund um den Erdball.
Jetzt erschien eine CD des umtriebigen Musikers Jörg Hertel mit dem Titel "EreignisHorizont" mit deutschsprachigen
Rock-Liedermachersongs, die er seinen Freunden und allen ungenannten und unnennbaren Personen widmet, die ihn "durch die
Zeiten begleitet, gefördert und gebremst haben und zu dem Künstler machten", der heute im Zenit seines Schaffens steht -
ob als Musiker, Therapeut oder als Musikethnologe.
Zeitpunkt (Leipziger Stadtmagazin)
Zwischen Buenos Aires und Panama
Fotoausstellung im Seumeclub Weißenfels
Bis zum 10. Juni 2007 sind in der Galerie im soziokulturellen Zentrum Seumeclub Weißenfels Fotos des Leipzigers Jörg Hertel
zu sehen. In der Schau zeigt der Musiktherapeut und Forschungsreisende Bilder aus zwei Großstädten unter dem Motto
"Big Cities LateinAmerika". Entschieden hat er sich für Buenos Aires und Panama Stadt.
Hertel ist in Weißenfels kein Unbekannter mehr. Er hat im Seumeclub bereits vor drei Jahren einen Diavortrag über die
Osterinsel gehalten. Auf dem Weg dorthin machte er auch in Lateinamerika Station, was sein Interesse an den dortigen Städten
weckte. Außerdem seien Dias die beste Grundlage, um daraus großformatige Farbfotos anzufertigen, die er ausstellt. Im
Seumeclub stellt er im Kontrast die 15-Millionen-Metropole Buenos Aires der Drei-Millionen-Stadt Panama samt Panama Kanal
gegenüber.
Zu sehen sind unter anderem die mit 143 Metern breiteste Straße der Welt sowie eine Aufnahme des Grabes der weltbekannten
Persönlichkeit Eva Perón. Hertel, der sich Situationsfotograf nennt, erinnert aber auch an die heftigen Demonstrationen in
Buenos Aires, nachdem im Januar 2005 eine Diskothek abbrannte und viele Menschen starben, weil die Türen verschlossen waren.
Zu jedem seiner Fotos hat der Weltreisende eine Geschichte zu erzählen. Beim Eröffnungsrundgang hörten die ersten
Weißenfelser bereits einige. Der Leipziger wird von seinen Reisen in die Big Cities in Lateinamerika im Seumeclub in
Diavorträgen berichten.
Mitteldeutsche Zeitung Weißenfels
Gipfelstürmer - eine MDR-Hör-Reihe über das Erzgebirge
TRIANGEL - Das Radio zum Lesen, MDR
... auch Jörg Hertel ist weit gereist, um wieder zurückzukommen. Nach Patagonien und Feuerland, zur Osterinsel -
über all das hat er viel gesprochen und noch mehr geschrieben. Aber sein schönstes Buch hat er den standhaften
Musikern im Erzgebirge gewidmet. Den jungen und alten Mundartsängern und Volkskünstlern, die sich nicht von Hitparaden
und Musikantenstadl einkaufen lassen. Mit ihnen hat er sich in Bergwerke und Sofaecken verkrochen und alle
Interviews aufgenommen.
"Mir brauch'n kaa Südsee" ist ein Hörbuch zum Lesen, mit atmosphärischen Gesprächen, die nicht nur an der
Oberfläche kratzen, sondern unter die Haut gehen.
Irgendwann zwischen Hawai'i und Neuseeland hatte Jörg Hertel einmal festgestellt, dass eine gewisse geografische
Abgeschiedenheit ein besonderes Verständnis für Tradition hervorbringt. Das passte gut auf die Erzgebirger.
"Haamit is ne verdammte Krankheit" (Heimat ist eine verdammte Krankheit), weiß auch Hertel, "und die hat den Vorteil,
dass man sich selbst mehr Aufmerksamkeit schenkt als sonst."
Heike Schwarzer, MDR Figaro
Rechts geht's zum Paradies - "Hawai'i-Wo Feuer Land gebiert" - Furiose Musik- und Dia-Schau in Niederfrohna
Der Inselgott Pelé ist größer als alle Künstler dieser Welt: Keiner von ihnen könnte solche Formen schaffen,
wie sie Pelé in die erkaltende Lava gezogen hat. Jörg Hertel hat das gesagt, doch der Satz bedarf keiner Anführungszeichen.
Hertel fasste nur in Worte, was die Zuschauern in der Wetzelmühle auf der Leinwand selbst sahen: die Schönheit,
Anmut und Dramatik einer Inselgruppe, von denen gemeinhin nur die weißen Strände und die bunten Hemden bekannt sind: Hawai'i.
Etliche Plätze unterm Dachgebälk der Wetzelmühle waren am Samstagabend leer geblieben. Unverständlich,
denn mit einem staubtrockenen Vortrag hatte die Dia-Schau "Hawai'i - Wo Feuer Land gebiert" des Leipzigers Jörg Hertel
nichts gemein. Hertel nahm die Zuschauer noch einmal mit auf seine Reise, die ihn im August 2000 auf die Inseln
Oahu und Big Island geführt hatte. Er wird auch "Weltenbummler" genannt, der 39-jährige Musiktherapeut und Musiker,
obwohl er auf seinen Reisen nicht bummelt, sondern forscht. Was Hertel über die frühere Hochkultur seines Spezialgebietes,
die Osterinsel, herausfand, schlug in der Vergangenheit unter den Pazifikforschern hohe Wellen. Auch auf Hawai'i
reiste Hertel an die entlegensten Plätze, sprach mit Nachfahren der Ureinwohner und konnte so am Samstag von verblüffenden
Details berichten. Etwa vom Strand, dessen Sand grün ist. Oder dass der Berg "Mauna Kea" mit 11.000 Metern der höchste Berg
der Welt sei, vom Sockel im Meer aus gemessen. Über 2500 Kilometer erstreckt sich die Inselgruppe Hawai'i,
die geografisch zur Südsee und als 50. Bundesstaat seit 1959 zu den USA gehört. Vor 27 Millionen Jahren entstand sie
durch unterseeische Vulkanausbrüche; der "Kilauea" ist immer noch der aktivste Vulkan der Welt. Angesichts eines
vier mal zwei Kilometer großen Vulkankraters, unter dem es brodelte und aus allen Ritzen qualmte, konnten die Zuschauer
den "Höllengestank" fast riechen. Doch es war nur das Vorspiel zu den ausbrechenden Vulkanen in allen Farben Rot,
die Hertel mit dramatischen Gitarren-Soli unterlegte. Der Ortsname "Paradies" auf einem nach rechts weisenden Straßenschild,
dieses Bild zeigte Hertel zuletzt. Es war ein treffender Abschied.
Freie Presse Chemnitz
Geheimnisvolles Rapa Nui - Gäste erfuhren von Jörg Hertel Wissenswertes über die Osterinsel
Der Leipziger Weltenbummler Jörg Hertel lud am Mittwoch ins Kulturhaus zu einem Diavortrag ein.
Die Reise führte 25 Gäste an einen entlegenen Ort, zur Osterinsel.
Hertel war von 1994 bis 2000 viermal dort. Was er mitbrachte, würde für zehn Dia-Abende ausreichen.
6000 Dias sind bei dem insgesamt neunmonatigen Aufenthalt auf dem zu Chile gehörenden Eiland entstanden.
250 zeigte er. Doch nicht nur wunderschöne Bilder von Land und Leuten wurden präsentiert.
Hertel vermittelte den Zuhörern Bemerkenswertes über die Kultur und die Geschichte.
Dazu gehört auch deren Klangewelt, die er intensiv erforscht hat.
Immer wieder ließ er die Gäste mit Bildern und Musik ihre eigene kleine Reise unternehmen,
was bei den polynesischen Klängen nicht schwerfiel. Man fühlte sich nach Rapa Nui versetzt,
wie die Eingeborenen ihre Insel nennen. Sie wurde im vierten Jahrhundert von Polynesiern besiedelt,
1722 am Ostersonntag vom Holländer Jacob Roggeveen entdeckt
und ist bekannt durch gigantische Steinbüsten, die sogenannten Moai.
Hierbei handelt es ich um die Versinnbildlichung von Ahnen.
So gesehen betrieben die Insulaner einen wahren Totenkult.
Wie die Menschen allerdings, auch nachdem alle Bäume abgeholzt waren, die gewaltigen Steinkolosse
in einem Stück transportiert haben, darüber streiten sich heute noch die Wissenschaftler.
Die Osterinsel ist voller Fragen und hinter jeder Antwort lauern neue.
Es gibt doch Dinge zwischen Himmel und Erde,
die man nicht erklären kann. Aber eins ist sicher: Die Hochkultur erlosch um 1750 durch Überbevölkerung.
Heute leben 4000 Menschen auf der Insel und beherbergern im Jahr rund 22.000 Touristen.
Gastfreundschaft wird groß geschrieben, das konnte auch Jörg Hertel immer wieder feststellen,
der mittlerweise seinen eigenen polynesischen Namen hat. Auf Rapa Nui nennt man ihn Korike,
was soviel heißt wie "Das andere Spiel". Was dieser Name bedeutet, kann er selbst auch nur mutmaßen.
Was den meisten Gästen, wie unter anderen Dr. Matthias Becker aus Naumburg, der selbst schon einmal
die Osterinsel besucht hat,
an dem Vortrag besonders gefiel, war die Lockerheit und Leichtigkeit. Kein steifes Ablesen von Fakten,
die man in jedem Lexikon nachlesen könnte. Humorvoll und in einer Art, die einfach Spaß macht,
ließ Hertel die Gäste an seinen Reisen teilhaben. Aber wie immer bei solchen Vorträgen
verging die Zeit zu schnell. Doch Hertels Ziel, den Leuten das Mysterium Osterinsel näher zu bringen,
hat er erreicht.
Mitteldeutsche Zeitung Weissenfels
Jörg Hertel präsentiert Kulturzeugnisse von Rapa Nui - der Osterinsel
"Chruch music from the most mysterious place on earth" - Leipzigs
Weltreisender Jörg Hertel hat sich durch mehrere Aufenthalte zwischen 1995 und
2000 auf der Osterinsel zu einem Kenner dieser erst 1722 entdeckten und 1888 von
Chile annektierten Insel mit etwa 4500 Einwohnern, vorwiegend Polynesier und
Chilenen, entwickelt. Er hat über ihre Extreme und Mysterien geschrieben und
bringt die Geschichte und Kultur dieses Eilandes und seiner Region den deutschen
Kulturinteressierten auch durch vier Diavorträge über die Osterinsel, Hawai'i,
Neuseland und Patagonien/ Feuerland sowie mit Fotoausstellungen nahe.
Jetzt aber hat Jörg Hertel die Kirchenmusik der Osterinsel studiert und 25 von
ihm gesammelte Titel, aufgenommen in katholischen Messen, auf einer CD vereint.
Er will sie für den Hörer zu Zeugnissen werden lassen, daß diese einzigartige
Musik zwar alle Elemente dieser Messen beinhaltet, wie wir sie kennen, doch der
Geist dieser Lobgesänge spätestens, wenn ein Lied angestimmt wird, umschwenkt
und und polynesisch und polyhpon wird. Gesungen wird in tahitianisch, doch
inzwischen werden die Texte zunehmend in den osterinsulanischen Dialekt des
Polynesischen übertragen.
Die Osterinselmessen sind nicht nur religiöse Rituale. Sie dienen auch als
Wochentreffpunkt zum Austausch von Neuigkeiten und zum Knüpfen von Beziehungen.
Sie sind also multifunktional, aber viel mehr multiemotional, denn mit dem
gemeinsamen Gesang scheint auch die Zusammengehörigkeit der Inselgemeinschaft
beschworen zu werden.
Jörg Hertels Buch "Extreme Osterinsel" erschien soeben, drei weitere CD's sind
bereits veröffentlicht. Weitere Inforamtionen, Buchungen von Veranstaltungen
oder Bestellungen der verschiedenen Veröffentlichungen (CD's, Fotos, Bücher)
unter:
kontakt@joerghertel.de
Studentenführer
Wo die Leute früher rückwärts auf dem Wagen saßen
"Geh, aber komm wieder", lautet auf der Osterinsel eine Verabschiedung der Bewohner. Die hörte der Leipziger Jörg Hertel
auf seinen Reisen zu dem Eiland, das etwa 4000 Kilometer westlich von Chile liegt, viele Male. Das Buch,
das er über seine fantastischen Entdeckungen und Begegnungen abseits der Touristenrouten schrieb,
stellte er vorgestern Abend in der Bibliothek in der Reihe "Leseclub unterm Dach" vor.
Vorstellen ist allerdings nicht die richtige Vokabel, denn Hertel beließ es nicht bei einer einfachen Lesung aus seinem Buch,
das jetzt erscheint. Er zeigte zwischendurch Dias, die er bereits auf vielen Kongressen für Kunst und Literatur
über die Osterinsel präsentiert hat. Der Leipziger Autor spielte zwischendurch auch Musik von seinen selbst erstellten CD's,
die er bei den Insulanern in Kirchen oder auch bei ihnen zu Hause aufnahm. Hertel ist Musiktherapeut. "Eigentlich zog mich
bei meiner ersten Reise 1994 nur die Entdeckung neuer Musik auf den entlegensten Punkt der Erde", erklärte er den 30
Besuchern. Er sah Leute, die wie eh un je auf der Ukulele und "auf musikalischem Gestein Musik machten und intuitiv ihre
Lieder dazu sangen". Mittlerweile war er viermal dort. Beim ersten Mal blieb er gleich drei Monate dort hängen. Und er weiß
heute noch nicht genau, was ihn so fasziniert an der flachen Insel, die so groß ist wie das Leipziger Stadtgebiet und 67
Vulkane hat.
Es seien ganz bestimmt nicht nur die Moai, die klischeehaften Steinfiguren, die die Osterinsel bekannt gemacht haben.
Vielleicht sei es ja auch die angenehme Langsamkeit der Leute. "Bevor 1722 die ersten Europäer dorthin kamen,
fuhren die Insulaner noch rückwärts auf ihren Wagen", gab Hertel die Erzählungen der Insulaner wieder. Sie wollten sehen,
was sie durch ihre Arbeit hinterlassen. Jetzt fahren sie andersherum. "Doch dadurch sehen sie trotzdem nicht,
was die Zukunft bringt. Leider aber auch nicht mehr, was sie hinterlassen." Obwohl die Insulaner zeitgemäße Garderobe
wie Jeans tragen, stecke hinter ihrer Fassade auch heute noch sehr viel Tradition. Daran änderten auch 20.000 Touristen
im Jahr nichts.
Als ein Insulaner bei seinem letzten Abschied zu ihm sagte: "Bleibe nicht zu lange in Deutschland", wusste Hertel,
dass er bald wieder auf große Reise gehen wird - natürlich zu seiner Osterinsel. "Ich brauche die einigartige Polyphonie
der Brandung und der Lieder dieser Menschen", meinte der Leipziger zum Schluss.
Frank Steinert kaufte sich nach dem außergewöhnlichem Vortrag spontan eine der drei Hertel-CD's.
Ich fand vor allem die Ausführungen über den Pazifik einzigartigen Steinskulpturen spannend", so der Bornaer.
Doch auch die Berichte über die Ukulele, eine Art kleine Gitarre, die aus Portugal stammt, interessierten ihn.
Er spielt selbst Ukulele.
Leipziger Volkszeitung
Leipziger erforscht Musik der Osterinsel Rapa Nui - Jetzt hat er 4. CD rausgebracht
Jörg Hertel (38) ist am liebsten auf Achse. Und es zieht ihn an die entlegensten
Plätze der Welt. Das Lieblingsziel des Leipziger Musikpädagogen: die Osterinsel
"Rapa Nui", berühmt wegen ihrer monumentalen Steinfiguren, den Moai.
Das mitten im Pazifischen Ozean gelegene und zu Chile gehörende Eiland übt eine
magische Anziehungskraft auf ihn aus. "Ich habe mich dort über ein halbes Jahr
aufgehalten, die Bevölkerung und ihre Volksmusik studiert." Unzählige
Tonaufnahmen hat er dabei gesammelt, auf vier CD's veröffentlicht, zuletzt "Rapa
Nui", für 30 Mark im Handel erhältlich. Kirchenmusik der Insulaner, für die
gemeinsames Singen zum täglichen Leben gehört. Ihre Instrumente: Ukulele,
Gitarre und Bombo. Ihre Musik: sehr rhythmisch, karibisch angehaucht.
"Sie ist einmalig - wie die Insel, die 4000 Kilometer vom Festland entfernt
liegt", schwärmt Hertel. "Die Leute zeigen damit auch ihre Zusammengehörigkeit."
Bei den Forschnungen gelang ihm außerdem ein echter Coup: "Ich war bei der Witwe
des Tübinger Ethnologen Professor Thomas Barthel zu Gast. Sein Spezialgebiet war
die Osterinsel. Frau Barthel vermachte mir sein Archiv mit den ältesten weltweit noch existierenden
Tonaufnahmen traditionller Osterinsel-Musik." Ein Schatz, um den viele
Völkerkundler den Privatforscher beneiden: "Natürlich steht das Archiv für
Forschnungsarbeiten zur Verfügung."
Jörg Hertel verdient sich das Geld für seine Weltreisen mit Dia-Tonvorträgen,
auf denen er über seine Reisen erzählt: "Das läuft. Meine Veranstaltungn sind
immer gut besucht." Seine letzten Reiseziele waren Patagonien und Feuerland:
"Ich habe eben eine Schwäche für entlegene Gegenden." Ob die Erde für ihn einmal
zu klein wird? "Wohl kaum", lächelt er, "es gibt noch so viel zu entdecken."
BILD Leipzig
"Gibt es keine Musik, stirbt der Mensch"
Seit 1994 ist er viermal auf die Osterinsel geflogen, um Klänge der Ureinwohner aufzuzeichnen: der Leipziger
Musiktherapeut Jörg Hertel. "Glaubenszeichen" dokumentiert, wie er die fremden Rhythmen hier zu Lande einsetzt.
Norbert Wehrstedt sprach mit dem 38-Jährigen.
Frage: Wie ist die Osterinsel-Musik?
Jörg Hertel: Melodiös und sehr rhythmisch. Mit Gitarren, mit Ukulelen - und mit Steinen als Rhythmusbegleitung.
Wenig exotische Instrumente ...
Es werden auch Pferdeschädel benutzt, deren Zähne nicht ganz fest sind. Wenn die aneinander geschlagen werden und vibrieren,
gibt es ein eigenartiges perkussives Geräusch.
Wird auf der Insel viel musiziert?
Musik ist Bestandteil des Lebens, der die Seele zusammenhält. Gibt es keine Musik, stirbt der Mensch.
Die Insulaner sind also sehr musikinteressiert?
Sobald ein Kind physisch in der Lage ist, lernt es ein Instrument. Weil alle Lieder mündlich weitergegeben werden,
muss man sie ja von Älteren übernehmen, um sie zu bewahren.
Wozu benutzen Sie die Musik?
Als psychisches Heilmittel. Sie übt auf Patienten eine aktivierende und beruhigende Wirkung aus.
Gibt es die Musik auch auf CD?
Gerade ist die dritte fertig, mit polynesischer Kirchenmusik. Da singen große Chöre, klingt alles sehr südseeisch.
Ab Juni ist die CD im Handel.
Die Aufnahmen entstehen ...
... immer vor Ort, um die Authentizität zu bewahren.
Wie lange sind sie auf der Insel?
Etwa drei Monate in einer Pension mit Familienanschluss.
Was kostet ein Aufenthalt?
Zwischen 5000 und 10.000 Mark.
Und wer finanziert das?
Die erste Reise habe ich mit Hilfe von Kleinsponsoren gemacht, die anderen habe ich aus Erträgen bezahlt,
die meine Reisen mir gebracht haben, durch Diavorträge und CD's.
Als Kevin Costner "Rapa Nui" auf der Osterinsel gedreht hatte, wurde er von Öko-Aktivisten attackiert ...
War sehr übertrieben, denn die Bäume, die für die Dreharbeiten gefällt wurden, hat das Team 100fach nachgepflanzt.
Außerdem haben sie die ganzen Coca-Cola-Dosen weggeräumt, die die Ureinwohner einfach in die Gegend geschmissen haben.
So wie sie alles wegwerfen. Es gibt eben noch kein Umweltbewusstsein.
Was wurde aus den Filmstatuen?
Die waren in Kisten verpackt, aber die Ureinwohner haben sie am Flughafen wieder ausgepackt - und sich die Köpfe
in ihre Gärten gestellt.
Wie fanden sie den Soundtrack?
Es wurde vom Team zwar jede Menge Originalmusik aufgenommen, aber dann im Film nicht benutzt. Das fand ich schade.
(22.25, MDR)
Leipziger Volkszeitung
Ohrenbetäubend bricht die Welle am Fels
Akustischer Schmaus zu erster Lesung bei "Gutenbergs": Autor Jörg Hertel stellt Buch über Osterinsel vor
Einmal am entlegensten Platz der Welt auf Entdeckungsreise zu gehen, ist sicher der Wunsch vieler Leute.
Doch beim Wunschdenken bleibt es meist. Ganz anders bei Jörg Hertel aus Leipzig: Zwischen 1994 und 2000 bereiste er
insgesamt acht Monate die Osterinsel im Pazifik zu Klang- und Lebensstudien. Er war so beeindruckt von diesem Fleck,
dass er sein Buch mit "Meine Osterinsel" betitelte. Dort fühlte er sich als Einheimischer in einem der noch bestehenden
Großfamilienverbände, in die sich die 3000 Einwohner der Insel aufteilen.
Mit dem druckfrischen Buch eröffnete Jörg Hertel in der Gutenberg-Buchhandlung dieses Jahr die Reihe der Lesungen.
Er ist ein brillanter Erzähler und versteht es, Details lebendig rüber zu bringen. Da alles noch durch digitales
Tonmaterial akustisch untermauert wurde, fühlten sich die Zuhörer wirklich auf die Osterinsel,
die in der Sprache der Einwohner "Rapa Nui" heißt, versetzt. Das Brechen der hohen Wellen am steinigen Felsen war
ohrenbetäubend und furchteinflößend. Aber auch mit dem Gesang der Einwohner wurden die Gäste bekannt gemacht.
Da Hertels Wirken auf Rapa Nui stark von der Musik geprägt war, präsentiert das Buch selbstredend viele diesbezügliche
Erlebnisse. Von seinen Erlebnissen auf der Insel zeugen rund 5000 Dias, in 40 Stunden selbst aufgenommnes digitales
Tonbandmaterial und 300 Seiten Reisenotizen. Den Einwohnern von Rapa Nui sei die für uns selbstverständliche Trennung
von Alltag und (kultureller) Freizeit unbekannt. "Arbeit ohne Singen hat keinen Sinn", zitierte der Weltenbummler,
selbst Musiker und Musiktherapeut, die Einheimischen. Denn ihr Leben sei nicht teilbar.
In der Lesung konzentrierte sich Jörg Hertel vor allem auf das Kapitel "Drei Tage Einsamkeit auf Motu Nui" -
einer Rapa Nui vorgelagerten kleinen, nur einige 100 Quadratmeter großen Insel, die bis auf eine kleine Grasnarbe
auf dem Gipfel nur Fels ist. Durch die Hilfe eines Fotografen aus dem Schwarzwald und einem Fischer und dessen Boot
war es möglich, das Eiland zu erreichen, das ihm zwei schlaflose Nächte und Angstgefühl bescherte.
Freie Presse Zwickau
Die Bilder eines Multitalents
Heimerer Schulen bereiten Fotoausstellung mit Arbeiten von Jörg Hertel vor
Als es vor Jahren um die sinnvolle Weiternutzung de Zeughauses ging, reiften auch kulturelle Träume
und gingen letztendlich nicht auf. Jetzt, da das Zeughaus rekonstruiert und als Schulgebäude der Heimerer Schulen
umfunktioniert ist, zieht dennoch auch ein Stück Kultur für die Öffentlichkeit ein. Ab dem kommenden Monatg wird
in den Korridoren des Gebäudes eine erste Fotoausstellung zu sehen sein. Sie ist zwar hausgemacht,
aber ganz und gar nicht hausbacken. Jörg Hertel, der dort dann Impressionen aus mehreren Reisen zur Osterinsel zeigt,
ist Dozent an der Heimerer Schule, andererseits aber ein auf kulturellem Gebiet recht vielseitiger Mensch.
Fotoausstellungen wie die zu erwartende wird er in diesem Jahr auch noch in Frankreich, den USA, Norwegen,
Australien und Neuseeland zeigen. Im vergangenen Jahr hat er das MusikHörStudio gegründet.
1999 ein Forschungsprojekt zur Wirkung der Musik des Südpazifiks auf psychisch und seelisch Kranke in Deutschland übernommen.
Außerdem ist er Dozent für Musiktherapie und Wahrnehmungstraining, hält Kurse, Lesungen, Unterricht und Seminare ab. 1995
veröffentlichte er seine erste CD "Rapa Nui - Musik und Natursounds", 1999 erschien seine Reiseerzählung zur Osterinsel. In
diesem Jahr wird eine weitere CD folgen, in der er sich als Gitarren-Instrumentalist vorstellt. Bereits seit 1991 arbeitete
er an unterschiedlichen Projekten: einem zur Rockmusik gemeinsam mit Thomas Ihl, einem musikalisch-literarischen
Solo-Programm, an Müll-Art-Musik unter dem Titel "Little Big Noise OHRchestra", an "Klangbildern" - einer
Musik-Bild-Installation mit Wolfgang KE Lehmann, und er war außerdem Komponist und Musiker in einer freien Theatergruppe.
Die Fotoausstellung von Jörg Hertel wird am Montag, dem 26. Februar um 14.30 Uhr eröffnet.
Torgauer Allgemeine
Der Bongo-König der Osterinsel
Rapa Nui - die Osterinsel
Das einsamste Fleckchen auf unserem Planeten. 170 Quadratkilometer mitten in den unendlichen Weiten des Pazifik.
4000 Kilometer von jeglichem Festland entfernt.
Ein Ort von magischer Anziehungskraft. Heimat der ebenso berühmten wie geheimnisvollen steinernen Monumentalfiguren
mit langen Ohren und großen Nasen - den Moai.
Magische Anziehungskraft üben sie auch auf den Leipziger Jörg Hertel aus. Seit Jahren ist der Musiker,
Autor und Sozialtherapeut mit seinem Klangobjekt Stammgast auf der Insel mit ihren 3000 Bewohnern.
Jörg Hertel sagt: "Ich wollte einfach die Insel, ihre Einwohner, ihre Religion und Mystik akustisch festhalten."
So machte sich der mutige Leipziger auf die Reise um die halbe Welt und blieb gleich ein dreiviertel Jahr auf dem
scheinbar von Gott verlassenen, idyllischen Eiland. Das Ergebnis ist die CD "Rapa Nui" (36 Mark) mit Bongo-Musik
der eingeborenen Bevölkerung. Und die Scheibe ist mittlerweile sogar schon in den World-Music-Charts ganz nach oben
geklettert.
Jörg Hertel will auch dieses Jahr wieder auf die Osterinsel fliegen. Im Dezember plant er seinen nächsten Trip.
Die Osterinsel wurde am Ostersonntag 1722 durch eine niederländische Expedition unter der Leitung von Jakob Roggeveen
entdeckt. Die Bevölkerung erlitt das Schicksal vieler neuentdeckter Ureinwohner: Verschleppung, Versklavung und
Vernichtung.
Jörg Hertel: "Die Bevölkerung wurde fast vernichtet. Nur 100 Menschen lebten noch auf der Osterinsel.
Doch sie überlebten, sind nun die Vorfahren der jetzt 3000 Einwohner."
Und mit denen versteht sich Jörg Hertel ausgezeichnet: "Ein sehr offenes Volk. So wie sie feiern, musizieren,
leben, streiten sie auch. Sehr heftig. Aber das ist wie ein reinigendes Gewitter, geradezu Therapie. Niemand verdrängt
irgendwelche Emotionen."
Offiziell gehört das Eiland zu Chile (1888 annektiert). Amtssprache ist Spanisch. Doch die meist
katholischen Einwohner stammen aus Polynesien, sprechen untereinander Südsee-Dialekt.
In dem Insel-Paradies ist Bürokratie ein Fremdwort. Steuern müssen hier nicht bezahlt werden.
Und fast einzige, langsam wachsende Einkommensquelle sind Touristen.
Jörg Hertel: "Damit hat allerdings auch die Zivilisation mit all ihren Vor- und Nachteilen Einzug gehalten."
Übrigens hält Ufo-Guru Erich von Däniken die Osterinsel für einen Landeplatz von Außerirdischen.
Ganz so falsch liegt er da nicht, wenn auch der Anlaß ziemlich irdischen Ursprungs ist. Die NASA hat hier eine
Notlandebahn für ihr Space-Shuttle gebaut. Sollte das jemals landen, wäre es wohl für die Eingeborenen
so was wie die "Rückkehr der Götter"...
Jörg Hertel wird auf jeden Fall immer wieder hierhin zurückkehren und von seinen Erlebnissen mittels
Tonbandaufnahmen und Fotografien berichten.
BILD-Zeitung Leipzig
Rapa Nui -
Music And Natural Sounds - Original Recordings By Jörg Hertel
Ein Leipziger fliegt für ein halbes Jahr auf die Osterinsel und nimmt mit seinem DAT-Recorder die Musik der
Einheimischen auf. Das klingt unspektakulär, doch die daraus produzierte CD ist es beileibe nicht. Erstaunliches
ist zu hören, keine billige Südseefolklore, denn au Rapa Nui ist Singen noch wirkliches Alltagsgut.
Natürlich klingt vieles vor allem die polyphonen Stücke, sehr gewöhnungsbedürftig für unsere
mitteleuropäischen Ohren. Aber die Magie dieser Aufnahmen, ihrer mystischen Aura und vor allem ihrer geheimnisvollen
Stimmung wird sich kaum jemand entziehen können; Zeremonien- und Priestergesänge, Wiegen- und Klagelieder, der
Ruf der Rußschwalbe oder das Peitschen des Ozeans gegen die felsige Küste.
Viele der 35 aufgenommenen Stücke verursachen sehr melancholische und oftmals schwermütige Empfindungen, stets
geheimnisumwittert und dennoch ohne Traurigkeit. Musik aus einer anderen Welt.
Leipziger Stadtmagazin Zeitpunkt
Entführung auf die Osterinsel
Vortrag im Aktionszentrum Arthur
An den "einsamsten Platz der Welt" entführte der Leipziger Jörg Hertel die Gäste seines Diavortrages
im Aktions- und Kommunikationszentrum Arthur. Rapa Nui, die Osterinsel, hatte er am Anfang des Jahres über
zwei Monate bewohnt und erkundet, hatte sich mit Geschichte, Musik und Lebensgewohnheiten der Insulaner beschäftigt.
Allein der fotografischen Aufnahmen wegen hätte sich der Besuch des Vortrages gelohnt. Denn bereits die
farbenprächtigen schillernden Lichtspiele der Sonnenauf- und -untergänge, gepaart mit den schroffen Felsen,
der Gewalt des Meeres und den schier unendlich scheinenden Weiten des in diversen Blautönen schimmernden Horizontes
beeindruckten das Publikum.
Doch Hertel wäre nicht Hertel, wenn er sich auf die Kraft der visuellen Impressionen der Bilder verlassen würde.
Denn als Musiker und gelernter Therapeut sind ihm Klänge und Wortsprache ebenso wichtig wie die Fotografie.
Und so brachte er Tonbandaufzeichnungen von traditioneller Musik der Insulaner zu Gehör., ohne die nach
seiner Ansicht die besondere Auffassung der Osterinselbewohner über Natureinklang im Lebensvollzug kaum annähernd
zu erspüren sei. Vor allem auch deshalb, weil das Singen und Musizieren bei der Arbeit und in der Freizeit zu den
üblichen und sogar unverzichtbaren Dingen des Alltags auf der Osterinsel zählt. Steine, Hölzer und sogar
skelettierte Pferdeschädel gehören zu den überlieferten Musikinstrumenten des Inselvolkes, das politisch zu
Chile und geographisch zu Polynesien gehört. Doch nicht nur diese Aspekte reizten Jörg Hertel zum Besuch der
Osterinsel, zu deren Abgelegenheit er scherzhaft meinte: "Die Osterinsel liegt dort, wo die Globenhersteller auf der Kugel
ihren Firmenstempel hinterlassen."
Denn bekannt und berühmt sind ebenso die riesigen und in großer Anzahl vorhandener Steinfiguren, die als eine Art
Grabsteine dienten und über deren Entstehung noch bis heute gerätselt wird. Zudem hat Hollywood dort schon
einige Kilometer Film abgedreht und die amerikanische NASA die längste Landebahn der Welt errichtet.
Jörg Hertels Vortragsweise, die vom Wissen um kleinste Details zur Inselgeschichte bis hin zur Anekdote aus dem
heutigen Inselleben reicht, fesselte das Publikum, ließ den Abend nie langatmig werden. Und so waren auch am Ende der
Veranstaltung noch viele Gäste geblieben, die mehr zu den Modalitäten eines Osterinselausfluges
erfahren wollten.
Freie Presse Chemnitz
Osterinsulaner liegen kreuz und quer neben den Tönen
Leipziger Jörg Hertel spielte Rapa-Nui-Album ein
Schon als Kind wollte Jörg Hertel immer nur eines: das entlegenste Stück Land der Welt aufsuchen.
Schuld hatte der Papa, in dessen Bücherschrank der kleine Jörg auf die Abenteuer Thor Heyerdahls (Kon-Tiki)
stieß. Rapa Nui, die geheimnisvolle Osterinsel im Pazifik wurde zum Ziel seiner Träume.
1994 konnte der Leipziger das abgelegene Eiland zum ersten Mal für drei Monate besuchen.
Den studierten Musiktherapeuten interessierte natürlich die Musik der Osterinsel. Welcher Art konnte sie sein?
Welche Bedeutung hat sie für die Bewohner (die über Jahrhunderte total isoliert lebten)?
"Der instinktive, intuitive Umgang mit Musik faszinierte mich sofort", erzählt Hertel.
Es entstanden zahlreiche Aufnahmen, darunter viele Naturgeräusch. Heute ist der 36jährige
bundesweit als Osterinselexperte gefragt. Er tourt mit Lesungen, Diavorträgen und Fotoausstellungen.
Im Herbst wird ein Buch mit seinen gesammelten Erlebnissen erscheinen. Für die neue CD-Produktion stellte
eine Plattenfirma einen Etat zur Verfügung. Das Ergebnis "Osterinsel-Musik vom geheimnisvollsten Ort der Erde"
ist seit Januar im Handel. Von 0 auf 29 stieg die CD in den Charts der Weltmusik ein, Tendenz steigend.
Rapa Nuis bekannteste Musiker spielen und singen zu Gitarre, Ukulele, Mundharmonika oder Akkordeon.
Auch Natur-Instrumente kommen zum Einsatz. Die Vielseitigkeit ist beeindruckend. Am wichtigsten aber sind die Stimmen
der Sängerinnen und Sänger. Die Osterinsulaner betreiben eine irrational-intuitive Art der Mehrstimmigkeit.
Gesungen wird kreuz und quer neben den Tönen.
Der Einzug der Moderne blieb nicht ohne Folgen für die 2500 Ureinwohner. Auch die Dreharbeiten zum Hollywoodstreifen
"Rapa Nui" haben das Zusammenleben der Menschen verändert. Auf der Insel blieben fünf Millionen Dollar.
Vorstellungen vom Wert der Dinge haben sich verschoben. Trotzdem machen immer noch alle gemeinsam Musik.
Das gemeinsame Singen hat eine große emotionale Funktion. "Wenn wir nicht singen", so die Einheimischen, "dann sterben wir."
Die Folklore aus dem Pazifik bewährte sich auch bei seinen Patienten. Auf Mitteleuropäer wirkt die mal
fröhliche, mal melancholische Musik Rapa Nuis beruhigend und aktivierend zugleich.
Nun träumt Jörg Hertel von einem neuen Reiseziel. Auf den Pitcairn-Insel leben 38 Nachfahren der legendären
Meuterer von der "Bounty". Schiffe verkehren nur selten dorthin. Hertels Blick verklärt sich: "Sie machen Musik dort..."
Leipziger Volkszeitung
Osterinsel - Rapa Nui - Easter Island
So schlecht scheint es ja mit der Allgemeinbildung in der NOTES-Redaktion nicht bestellt zu sein,
wenn alle beim Austernschlürfen in der Redaktionskantine befragten Redakteure ein "Chile n'türlich" nuscheln.
Gut...dann brauche ich also nicht mehr zu erwähnen, zu welchem Land die Osterinsel gehört.
Dass es tatsächlich auch nur eine einzige Insel ist, gehört schon zu den weniger bekannten Fakten.
Da sich jetzt ohnehin in den Köpfen aller Leser die gigantischen Steinfiguren zur Ehrung der Verstorbenen,
die Moai, wiederfinden, und unser geehrter Chefredakteur hoffentlich ein paar dekorative Fotos aufgetrieben hat,
befasse ich mich hier lieber mit der Bevölkerung der Osterinsel. Dass dieses Volk überhaupt noch existiert,
das ist eins der liebenswerten kleinen Wunder, die diese Welt nur noch selten bietet. Denn eigentlich
spricht alles dagegen. Ob die Besiedlung der Rapa Nui genannten Insel von den Marquesas-Inseln oder vom
südamerikanischen Festland aus erfolgte, ist nicht ganz geklärt, aber das zwölfte Jahrhundert wird als
Zeitpunkt benannt. Da sich auf einer Insel die Bevölkerung nicht beliebig vergrößern oder bei
Machtstreitigkeiten und Nahrungsknappheit aus dem Weg gehen kann, gab es in den folgenden Jahrhunderten eine
Frühversion der "boat people", die vor den Mißständen auf der Insel auf Holz- und Schilfbooten flohen.
Doch die Insel bot nur wenig Material für den Schiffbau. Zudem spaltete ein religiöser Wahn das Volk,
und bevor man sich mit einem bekennenden Kannibalen einschifft, überlegt man sich seine Flucht vielleicht
doch noch einmal. Die berühmten, aus dem Fels des Vulkan Rano Raraku gemeißelten Moai wurden zunehmend für
einen sinnlosen Personenkult mißbraucht - der vor allem zu Lasten der fronarbeitenden Unterschicht ging.
Im 17.Jahrhundert hatte sich das Volk selbst so gut wie ausgerottet. Doch damit nicht genug. Peruanische
Sklavenjäger kamen 1862 auf die Insel, versklavten etwa eintausend der Bewohner und damit praktisch die gesamte
intellektuelle Oberschicht, die auch über das rituelle Wissen des Volks verfügte. Nur wenige entkamen,
krank und von Seuchen bedroht. Etwa einhundert Menschen überlebten damals, aus denen heute 2500 Ureinwohner
hervorgingen. Und mit diesen Menschen blieb auch die Musik lebendig. Und sie, die Musik, lebt wirklich.
Nahezu jeder Inselbewohner macht aktiv Musik - sie ist für das Volk der Osterinsel keine "Kunst" sondern
selbstverständlicher Teil des Alltags. Die traditionellen Stücke existieren in unzähligen Versionen
und werden mit jedem Spielen neu interpretiert. Das einfache Wissen, dass Fröhliches auch gleichzeitig traurig und
Trauriges ebenso fröhlich ist, zeit eine der Beschränkungen des westlichen Denkens auf, das so gerne trennen
möchte, was zusammen gehört. Auf Rapa Nui gehören diese vermeintlichen Gegensätze wie
selbstverständlich zusammen.
Wenn die Stücke instrumentiert sind, ist ein tahitianischer Einfluß, speziell durch die Ukulele spürbar -
aber erst die rein vokalen Stücke zeigen die ganze Faszination dieser Musik. Natürlich kann man Parallelen
zu er Gesangkultur anderer Völker ziehen: Manche Stücke klingen da wie die Arbeitsgesänge gälischer
Frauen, der über 70jährige Papa Kiko wiederum erinnert an isländische Sagengesänge.
Aber das wird den Aufnahmen auf diesem Album nicht gerecht. Mehrstimmige Echogesänge verfolgen sich gegenseitig,
die Texte erzeugen Rhythmen, Gemeinschaftssinn wird hör- und spürbar. Diese Platte lebt und wird nicht eine
Minute langweilig. Und oft glaub man, in der fremden Sprache einen Sinn zu erkennen. Oder woher kommt es sonst,
dass es uns ganz natürlich erscheint, wenn die Inselbewohner das Akkordeon "Upa Upa" nennen? Die CD mit
neunundzwanzig wunderschönen Stücken erscheint in einem äußerst ansprechenden DigiPak,
beigegeben ist ein sehr informatives Booklet mit vielen Fotos und reichlich deutsch-englischsprachigen
Informationen zu der Insel und ihrer Musik.
Notes
Musik von der Osterinsel
Die Bewohner von Rapa Nui - der Osterinsel - nahmen an, die wären allein in der Wasserwüste des Pazifik.
Sie hielten ihr 24 km langes Inselchen für den Nabel der Welt und glaubten sich dem Mond näher als anderem
Festland. Bevor das Eiland völlig abgegrast war, stachen sie trotzdem in den See, später aufeinander ein und
drohten schließlich von dieser Welt zu scheiden. Doch das totgeglaubte Volk, von Sklavenjägern und Seuchen auf
100 Personen dezimiert, rappelte sich wieder auf.
Der Leipziger Jörg Hertel erforschte die Musik von Rapa Nui und vermutet in ihr ein Bindeglied zu Energien der Vorzeit. Er
packte 29 Stücke lebensfroher Osterinselmusik auf CD, die weder fremd noch weit weg anmuten. Mir fallen alte
Abzählreime ein, Stimmungslieder und Gospelchöre. Von Tahitis Tradition geprägt, haut das Inselvolk gern die
Saiten von Gitarre und Ukulele, quetscht das "Upa Upa" (Akkordeon), trommelt, schlägt Steine auf Hölzer und
entlockt selbst Wasser oder Pferdeschädeln passende Töne.
Sächsische Zeitung
Im Renaissance-Hotel
Mit Abstecher auf Osterinsel endet die Dia-Saison
Am Ostermontag klingt die Wintervortragssaison 98/99 der Reihe "Welt im Sucher" aus - mit Bildern und
Klängen von der Osterinsel. Dabei gibt es ab 17 Uhr im Renaissance-Hotel sozusagen ein Heimspiel für
Referent Jörg Hertel - der Sozialtherapeut und Musiker ist Leipziger. Mehr als zwei Monate studierte er indes
die Geschichte, Kultur und Lebensgewohnheiten der Insulaner. Geographisch gesehen sei die Osterinsel "das einsamste Eiland",
meint er: Sie liegt immerhin von der südamerikanischen Küste 3700 Kilometer entfernt, von Tahiti 4000.
Also quasi da, wo Globusfabrikanten auf der Kugel den Firmenstempel hinterlassen. Doch gerade diese Isolation habe zu einer
Eigenständigkeit in der Entwicklung geführt, die ihresgleichen sucht, findet Hertel. Als Musiker faszinierte
ihn dabei freilich diese bewahrte traditionelle Musik. Davon hat er Tonbandaufzeichnungen mitgebracht, die seinen Vortrag
weitgehend bestimmen werden.
Leipziger Volkszeitung
Radio-Tipp
Im November auf der Osterinsel
Als einsamster Ort der Welt wird sie gelegentlich bezeichnet. Eine der geheimnisvollsten ist sie auf alle Fälle -
die Osterinsel im Stillen Ozean. Auf diesem Eiland, unendlich weit von den nächsten Küsten entfernt,
entwickelte und hielt sich über Jahrtausende hinweg eine Hochkultur mit eigener Schriftsprache, reicher Musikkultur
und einer Bildhauerkunst, die der Nachwelt jene bis heute rätselhaften "Moais", die steinernen Riesenköpfe,
hinterlassen hat.
Der Leipziger Autor, Musiker und Sozialtherapeut Jörg Hertel besuchte "Rapa Nui", wie die Bewohner ihre Heimat
nennen. über drei Monate lebte er mit ihnen im Großfamilienverband - und näherte sich ihrer Kultur über
das Akustische, über die Klänge, die Musik. Die Entdeckungen, die Hertel dabei gemacht hat, sind nun in drei
aufeinander folgenden Ausgaben von "Folk, Roots & World Music" zu hören. Das Special bietet Ausschnitte aus
22 Stunden Tonbandaufzeichnungen. (MDR Kultur)
Leipziger Volkszeitung
Kulturtipp der Woche
Einsam auf Rapa Nui
Zum zweiten Mal in diesem Jahr zeigt das Goethe-Institut Fotos von der Osterinsel. Wie unterschiedlich das
berühmte Eiland wahrgenommen wird, beweisen einmal mehr die stimmungsvollen Bilder von Jörg Hertel.
Der Musiktherapeut aus Leipzig hat Rapa Nui bei drei Aufenthalten von insgesamt sieben Monaten erspürt.
Was ist Einsamkeit? Diese Frage schwingt in Hertels Bildern mit: schwarze bis rosarote Wolkenformationen über
den Steinfiguren von Tongariki, die rötlichen Farbtöne des wüstenartigen Poike-Hügels,
Ausblicke von dem kleinen, vorgelagerten Felseneiland Motu Nui.
Für ein paar Tage ließ sich der Leipziger auf dem Inselchen aussetzen. Mitten im tobenden Meer blieb er allein,
wo früher Vogelmann-Anwärter auf das erste Ei der Rußschwalbe warteten, um den begehrten Status des
Tangata Manu zu erlangen. Wie es Hertel ergangen ist, hat er in dem Buch "Extreme Osterinsel" festgehalten.
Außerdem hat Hertel drei CD's veröffentlicht, auf denen nicht nur die typischen polynesischen Klänge
zu hören sind, sondern Geräusche, die das Leben auf Rapa Nui bestimmen: Stimmen am Flughafen,
Kirchengesänge, Meeresbrandung, Rußschwalben, Schritte im Eukalyptuswald.
Condor, Santiago de Chile